Kleinhebeanlagen

Erfahren Sie wieso sie Sinn machen, warum Sie sogar verpflichtet sind eine Kleinhebeanlage in bestimmten Fällen zu verwenden. Was Sie alles beachten können um die passende Kleinhebeanlage für Ihr Haus zu finden und welche Modelle gerade das Rennen machen.

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Warum braucht man eine Kleinhebeanlage?

Als Hausbesitzer sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet das Abwasser mit einer Rückstauversicherung in die Kanalisation weiter zu leiten, wenn sich die Sanitäranlage unterhalb der Rückstauebene befindet. Dies gilt sowohl für das WC, als auch für Duschen, oder Waschmaschinen (Ab-, Schmutzwasser) und für das Ableiten von Kondenswasser aus Heizungsanlagen.

Maßgeblich dafür verantwortlich sind die Vorschriften DIN EN 12050 „Hebeanlagen für Gebäude“ und die DIN EN 12056 „Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden“.

Durch den Einsatz von Hebeanlagen wird ein Rückstau des Abwassers verhindert, da in einem solchen Fall die Kleinhebeanlage das Abwasser in die Kanalisation pumpt. Einige, aber nicht alle Geräte verfügen auch über einen Ausfallschutz. Im Falle eines Stromausfalls könnte man die Hebeanlagen dann auch manuell bedienen.

Sollte sich das Bad oberhalb der sogenannten Rückstauebene befinden ist der Einsatz einer Kleinhebeanlage verboten.

Definition Rückstauebene:

Die Rückstauebene wird auch RSTE oder RSE genannt und markiert den höchstmöglichen Stand des Abwassers an einer bestimmten Stelle im Kanalsystem, in der Regel die Straßenoberkante.
(Quelle: de.wikipedia.org)

Wie funktioniert eine Hebeanlage?
Die Funktionsweise einer herkömmlichen Hebeanlage
Kleinhebeanlage hinter dem WC montiert
Innenleben einer Kleinhebeanlage
Durchfluss Prinzip bei Kleinhebeanlagen

Wie funktioniert die Kleinhebeanlage?

Je nach Ausführung gibt es Kleinhebeanlagen mit einem Häcksler oder mit einer Freistromradpumpe. Die Funktionsweise gleicht sich aber.

Betätigt man die Spülung seiner Toilette drückt das einströmende Wasser auf eine Membran, diese Membran wiederrum übt Druck auf einen Mikroschalter aus, der dann die Kleinhebeanlage und die Pumpe startet.

Sollte ein Schneidwerk verbaut sein wird dieses aktiviert und zerkleinert Fäkalien und Toilettenpapier. Das Ganze vermischt sich mit dem Spülwasser und wird durch die verbaute Pumpe weitergeleitet.

Durch die integrierte Rückschlagklappe wird ein zurücklaufen in das Gerät verhindert und das Medium wird abtransportiert.

Funktionsweise der Kleinhebeanlagen

Funktionsweise Kleinhebeanlagen
Ablauf vereinfacht dargestellt. Das Funktionsprinzip ist aber bei allen Kleinhebeanlagen ähnlich
  • Nach dem Betätigen der Spülung wird das „Stückgut“ mit dem Spülwasser transportiert (1)
  • Durch den Druck den das Wasser auf die verbaute Membran ausübt wird der Mikroschalter aktiviert (2)
  • Die Pumpe startet, wenn ein Häcksler verbaut ist zerkleinert dieser das „Transportgut“ (3)
  • Durch die Förderkraft der Pumpe wird das zerkleinerte Transportgut durch die Kleinhebeanlage über die Rückstauebene transportiert(4)
  • und über eine Rückstauschleife in die normale Kanalisation abgegeben (5)

Was ist der Unterschied zwischen Kleinhebeanlagen und herkömmlichen Hebeanlagen?

Kleinhebeanlagen haben eine viel kompaktere Bauform im Vergleich zu herkömmlichen Hebeanlagen. Sie können direkt hinter dem WC oder unter der Dusche installiert werden. Normale Hebeanlagen hingegen haben eine beträchtliche Größe und werden meist in separaten Räumen oder Schächten installiert. Zur Einrichtung eines Gäste WCs eignen sich Kleinhebeanlagen ideal. Sie können schnell und einfach verbaut werden und die Pumpleistungen sind meistens ausreichend. Handelsübliche „große“ Hebeanlagen haben natürlich eine viel höhere Pumpleistung und mehrere Anschlussmöglichkeiten.

Auf welche Merkmale sollte ich beim Kauf einer Kleinhebeanlage achten?

  • Zum einen ist sehr wichtig dass die ausgewählte Hebeanlage die erforderliche Fördermenge auch bewältigen kann. Es bringt nichts ein preisgünstigeres Modell zu verbauen, dass es dann nicht schafft die Fäkalien auch in die Kanalisation zu befördern.
  • Ein weiterer Aspekt der Beachtung finden sollte ist die Entfernung zum Kanalanschluss. Diese Daten können zum Beispiel bei Neubauten direkt im Baubescheid eingesehen werden.
Förderleistung Kleinhebeanlage
Förderleistung einer Kleinhebeanlage

Die Förderleistung berechnet sich durch die Förderhöhe und die Entfernung zum Kanal. In diesem Beispiel würde die Pumpe bei einer Förderhöhe von einem Meter eine Entfernung bis zu 40 Metern leisten können. Bei zwei Metern Förderhöhe wären es noch 30 Meter bei drei Metern Förderhöhe dann nur noch 20 Meter.

  • Die Leistung einer Hebeanlage kann man in q³/Stunde angeben. Hier lohnt es sich auszurechnen wieviel Leistung die Hebeanlage haben muss um zufriedenstellend zu arbeiten.
  • Und zu guter Letzt sollte man sich entscheiden ob ein Häcksler verbaut sein sollte oder doch eine Freistrompumpe verwendet werden kann.
  • Wenn man diese Punkte berücksichtigt, ist die Suche nach der passenden Kleinhebeanlage fast kein Problem mehr.

Welche Kosten entstehen durch eine Kleinhebeanlage?

Grundsätzlich wären da zunächst die Anschaffungskosten für eine Kleinhebeanlage, die Preise variieren stark nach den Bedürfnissen die Sie an die Anlage haben zwischen 60-, und 600 Euro

Der nächste Kostenfaktor wäre der Einbau der Kleinhebeanlage, hier können Sie den örtlichen Gas- Wasser Heizungsinstallateur beauftragen oder Sie verbauen das Gerät selbst, insofern Sie handwerklich nicht ungeschickt sind

Der letzte Punkt den Sie berücksichtigen sollten sind die Reinigungs- und Wartungskosten. Denn nur wenn die Kleinhebeanlage regelmäßig gereinigt wird ist auch die Funktionalität gewährleistet.

Häufig gestellte Fragen zu Kleinhebeanlagen

Wenn Sie Fragen zu Kleinhebeanlagen haben können Sie uns eine E-Mail senden

Sollte der Strom einmal ausfallen wird das Wasser beim ersten Spülen in der Hebeanlage gehalten und sobald der Strom wieder funktioniert abtransportiert. Erneutes Spülen würde zum überlaufen der Kleinhebeanlage führen.

Auch hier kommt wieder eine EU Norm ins Spiel. Diese besagt dass zusammen mit einer Toilette höchstens ein Waschtisch, eine Dusche und ein Bidet angeschlossen werden dürfen. Fäkalien dürfen in Kombination mit Heißwasser nicht befördert werden.

Da Kleinhebeanlagen das Wasser nicht ansaugen muss bei einem Anschluss einer Kleinhebeanlage an eine Dusche oder Badewanne das nötige Gefälle beachtet werden, damit das Wasser auch ungehindert fliessen kann.

Kleinhebeanlagen werden grundsätzlich direkt hinter der Toilette verbaut, dafür verantwortlich ist die DIN EN 12050-3

Generell lässt sich die Frage so nicht beantworten, es kommt immer auf das verbaute Gerät an. Namhafte Hersteller bieten aber Geräte an dessen Verwendung nicht lauter sind als die allgemeine Wasserspülung eines WCs.

Wenn die Anlage korrekt verbaut wurde und eine regelmäßige Pflege durchgeführt wird können Kleinhebeanlagen 10 bis 15 Jahre halten.